Hier stellen wir Ihnen jeden Monat unsere persönlichen Buchempfehlungen vor.
ROMAN | HANNA HÄFFNER: „Die Riesinnen“
Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald und die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden: Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss. Hannah Häffner erzählt einfühlsam die Geschichte von drei Frauen – von den 60er-Jahren bis heute. Mit viel Gefühl, einem feinen Blick fürs Detail und einer Prise Humor entsteht ein Roman, der lange nachwirkt. Es geht um die Sehnsucht nach Freiheit und einem Zuhause, um Mütter und Töchter und um die Kraft, die in der Natur steckt.
KRIMI | CLAIRE DOUGLAS: „Geliebte Schwester – Dein Leben sollte meins sein“
Tasha und ihre Schwester Alice ähneln sich wie Zwillinge, dabei könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Tasha ist verheiratet, hat Kinder und lebt in der Nähe ihrer Heimatstadt Bristol. Alice hingegen führt ein luxuriöses Leben, macht Karriere und reist mit ihrem Mann um die Welt. Und doch würden sie einander ihr Leben anvertrauen. Als Tasha dringend Urlaub braucht, schlägt Alice ihr einen Haustausch vor. Aber der Wechsel hat fatale Konsequenzen. Alice wird in der Nacht angegriffen und schwebt in größter Lebensgefahr. Und während Tasha um ihre Schwester bangt, fühlt sie sich in ihrem eigenen Haus nicht mehr sicher. Denn sie ahnt bereits, dass es die falsche Schwester getroffen hat ... Unerwartete Wendungen und Twists bis zur allerletzten Seite gekoppelt mit der Frage, was Familienbande eigentlich ausmacht.
REL. SACHBUCH | GUNNAR DECKER: „Franz von Assisi. Frieden, Zuwendung und neue Bescheidenheit. Was uns Franziskus heute zu sagen hat“
Zum 800. Todestag Franz von Assisis am 3. Oktober 2026. Franz von Assisi wirkt erstaunlich modern. Er steht für Wandel und Bescheidenheit – anfangs nur getragen von einer Handvoll "kleinerer Brüder". Sie wollen keinen Orden, sondern eine Bruderschaft, und fordern mehr Demut vor der Schöpfung. Auch den neuen Reichtum der Städte lehnt Franz ab. Dabei ist sein eigener Vater ein erfolgreicher Tuchhändler in Assisi. Seine Brüder sollen arbeiten, aber nicht für Geld, sondern für Essen und ein Dach über dem Kopf. Betteln nur im Notfall. Schnell wird daraus eine Massenbewegung. Die Kirche muss entscheiden: verbieten oder integrieren? Der Papst entscheidet sich für Franz und macht ihn 1228 im Eiltempo zum Heiligen. Doch mit der Umwandlung in einen festen Orden geht viel vom ursprünglichen Geist verloren – manches kehrt sich sogar um. Schon Mitte des 13. Jahrhunderts sind die Franziskaner Teil der Inquisition, der viele geistliche Brüder zum Opfer fallen, die den Ursprungsgedanken bewahren wollen. Und Franz selbst trifft 1219 in Damiette auf Sultan Melek al-Kamil – ein historisch belegtes Treffen. Der kluge Herrscher beeindruckt ihn tief, fast wie eine Figur aus Lessings Ringparabel. Beide erkennen: Wahrer Glaube und Frieden gehören zusammen. Danach bricht Franz endgültig mit der Idee der Kreuzzüge.
BIOGRAFIE | TUPOKA OGETTE: „Trotzdem zuhause – Memoir“
Tupoka Ogette erzählt ihre eigene Geschichte: Sie ist die Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes, aufgewachsen zwischen zwei Welten – zwischen Südtansania und Thüringen, zwischen einer kolonialen Vergangenheit und dem Leben in der DDR. Ihr Buch handelt von der Suche nach einem Zuhause und einem Platz, an dem sie ganz sie selbst sein kann. Sie erzählt offen, wie es war, als Schwarzes Kind in der DDR aufzuwachsen – mit allem, was dazugehörte: Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt. Aber genauso erzählt sie von den schönen Seiten des Lebens: von Liebe, von ihrer Rolle als Mutter, von innerer Stärke und davon, wie sie gelernt hat, für sich selbst einzustehen. Sie berichtet von Freundschaften, die sie gefunden hat, und von manchen, die sie wieder verloren hat. Und sie erzählt vom Neuanfang in der Bundesrepublik – und davon, wie sie mitten im Sturm des Lebens zur Ruhe gefunden hat.
JUGENDTHRILLER | KATIE BERNET: „Beth is dead“
Beths Tod reißt eine klaffende Lücke in das Leben ihrer vier Schwestern, und doch haben sie alle ihre Geheimnisse. Warum war Jo nicht mit Beth und der jüngsten Schwester Amy auf die Party in der Nachbarschaft gegangen? Warum haben Amy und Beth sich dort heftig gestritten? Hat Beth mitbekommen, dass Amy mit Jos bestem Freund nach Hause gegangen ist – ganz in der Nähe des Tatortes? Die älteste Schwester Meg studiert in Harvard. Was hatte Beth über die Annahme von ihr und ihrer besten Freundin an der renommierten Uni herausgefunden? Megs Freund war Beths Klavierlehrer. War er sauer, dass Beth zögerte, an die Musikakademie zu gehen? Welche Rolle spielt Beths eigener Freund Henry? Der Vater der vier Schwestern ist Schriftsteller und wurde heftig dafür angegriffen, dass er über seine eigenen Töchter geschrieben hat. Sollte er an seinem Rückzugsort in den Bergen nicht längst von Beths Tod erfahren haben? Durch die Sichtweisen der vier Schwestern wechseln die Mutmaßungen zu den Ereignissen, was der Geschichte eine raffinierte Spannung verleiht. Umso bemerkenswerter, das „Beth is dead“ das Debüt der Autorin ist. Unbedingte Leseempfehlung ab 14, aber auch darüber hinaus! (ag)
KINDERBUCH | DONNE GEPHART & LORI HASKINS HOURAN: „Willkommen im Hotel Bellwuff – Einfach Wau!“
Willkommen im Hotel Bellwuff, dem exklusiven Wellness-Hotel für Hunde, wo die Wassernäpfe immer voll sind und auf jedem Kissen ein Leckerli liegt! Der nervöse Portier Rufus und seine Chefin, Miss Coco, geben alles, damit sich jeder Gast wie ein PROMI (Pfotzüglich Reich Oder Mächtig Interessant) fühlt. Mit ungewöhnlichen Ideen lösen sie jedes Flohblem und sorgen dafür, dass ihre Gäste sich pudelwohl fühlen – egal, ob es sich um einen Filmstar handelt, der inkognito bleiben will, oder um einen Autor von Gruselgeschichten, des es zur Abwechslung möglichst ungruselig haben möchte. Witzig illustriert, mit liebenswerten Charakteren und pfotenstarken Einfällen – in dieses bunte und ein bisschen schräge Hundehotel möchte man am liebsten gleich selbst einchecken! Ein großer Vorlesespaß für große und kleine Zweibeiner, mit kurzen Texten auch fürs erste Selberlesen geeignet (ab 5 Jahren).
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Buchhandlung Johannesstift
Öffnungszeiten:
Mon. bis Don.: 10 - 18 Uhr
Freitag: 10 -16 Uhr
Samstag: 10 - 14 Uhr
(Im Advent Sa. bis 16:00 Uhr)